Überprüfung der Antriebskette beim Motorrad

Vor kurzem hat mich ein Kollege gefragt ob ich ihm seine Kette nach spannen kann, da er sich dabei nicht auskennt. Das ist nicht gut, da die Antriebskette eines der wichtigsten Teile am Motorrad ist und daher sollte man mit dieser auch hin und wieder beschäftigen. Ich schreib daher diesen Beitrag um allen Motorradfahrern und Fahrerinnen die sich bis jetzt nicht getraut haben selbst Hand ans Edelmetall zu legen, wie einfach und wichtig solche kleinen Wartungsarbeiten sind.

Regelmäßig die Kette schmieren und kontrollieren

Auf die Kette sollte alle 1000 km ein kritischer Blick geworfen werden. Reinigen und Schmieren ist nun angesagt und auch die Spannung der Kette ist zu Prüfen. Die richtige Kettenspannung wird über den Druchhang festgestellt. Der Motor muss dazu natürlich abgestellt und das Getriebe auf „neutral“ gestellt werden.

Dazu wird die Maschine auf den Seitenständer gestellt und die Kette in der Mitte zwischen Ritzel und hinterem Kettenrad auf und ab bewegt. In meinem Fall (Yamaha Fazer 600) beträgt der Durchhang circa 30 – 40 Millimeter. Jeder Hersteller gibt eigene Werte für seine Modelle an. Die richtigen Werte findet man in der Bedienungsanleitung und im entsprechenden Wartungshandbuch (diese bekommt man im Fachhandel).

Es folgt der Griff zum Schraubenschlüssel

Um den richtigen Druchhang einzustellen muss der Sicherungssplint an der Achsmutter enfernt werden und die Mutter gelockert werden. Auch die Gegenmuttern an den Einstellschrauben müssen gelockert werden.
Wenn nun die Kettenspannung gelockert werden muss, ist es erforderlich das Hinterrad etwas nach vorne zu schieben.
Wenn die Spannung erhöht werden muss, braucht man nur die beiden Einstellschrauben um die gleiche Zahl herausschrauben bis die richtige Spannung erreicht ist.
Falls die Einstellschrauben nicht mehr weitergedreht werden könne, muss die Kette ausgetauscht werden. Aber das sollte nur jemand machen der die notwendige Fachkenntnis hat.

Die Ausrichtungsmarkierungen auf beiden Seiten der Schwinge müssen dabei übereinstimmen. Wenn das erreicht ist kann die Achsmutter wieder festgezogen werden (in meinem Fall mit 117 Nm).

Zweifache Kontrolle

Zur Kontrolle wird nun der Ständer eingeklappt und aufgesessen. In diesem Zustand darf die Kette keinesfalls vollständig gespannt sein!
Für eine zweite Kontrolle wird das Motorrad auf den Hauptständer gestellt und die Kette in der Mitte des Kettenblatts abgehoben. Bei korrektem Durchhang darf sich die Kette nicht mehr als 4 Millimeter abheben lassen!

Tipp: Auf jede größere Tour eine kleine Dose Kettenöl mitnehmen!

Euer Doc. Holyday

Viele nützliche Wartungstipps findet man auch in den entsprechenden Foren im Internet:
www.motor-talk.de

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